24.07.2025 Genua – Hafenstadt der Paläste
Beginn um 19 Uhr. Ort: JBA - Amalienstr. 14a, München

"Tolle Bilder, aber wo bist Du?!" schrieben einige über WhatsApp. Niemand hatte eine Vorstellung. Dabei ist diese Stadt so wichtig für die Geschichte Italiens, Europas, ist Kolumbus und Paganini hier geboren, auch der Architekt Renzo Piano, und hatten die Grimaldis aus Monaco ursprünglich hier ihren Sitz.

Genua. Die oberitalienische Hafenstadt, die sich nach Süditalien anfühlt, die niemand besucht, allenfalls durchreist auf dem Weg zu einem Schiff. Dabei war Genua der Gegenspieler zu Venedig, eine große stolze reiche Seemacht. So reich, dass man in der dichten Stadt unzählige Paläste errichtete, Paläste, die heute UNESCO-Weltkulturerbe sind, und so dicht gedrängt in Gassen stehen, dass in die hohen prunkvollen Gemächer kaum jemals Sonnenlicht fällt.

Der Vortrag ist viel mehr als ein Reisebericht über eine unentdeckte italienische Großstadt mit einer reichen und beeidruckenden Kulturgeschichte. Jakob Bader arbeitet anhand der Stadtgeschichte von Genua heraus, dass das große solitäre Mehrfamilienhaus keine Entdeckung der Moderne ist, kein innvovatives städtebauliches Konzept von Le Corbusier, sondern, dass in Italien schon im frühen Barock damit begonnen wurde, die mittelalterliche Blockrandbebauung in großen freistehenden Volumen mit umlaufenden Fassaden aufzulösen.

Von Genua über Rom führt der Vortrag bis nach New York City, wo italienische Einwohner den weltberühmten Urbanismus höchster Güte und Dichte prägten. Der Vortrag endet in München Alt-Schwabing am Artur-Kutscher-Platz, wo der weitgehend unbekannte Meisterarchitekt Ernst Barth 1960 mit der Errichtung einer Serie großer freistehender Solitäre mit umlaufenden Balkonen begonnen hat.

Download Folien zum Vortrag (PDF 8 MB)